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>> Die Zucht:
Zuchtgenehmigung
Wichtige Kenntnisse

Was muß man vor der Brut beachten:
Brutkondition
Fütterung
Koloniebrut oder Einzelbrut?
Die Eiablage und Kükenaufzucht
Beringung

Probleme, die auftreten können
Das Weibchen hat Legenot
Die Küken werden gerupft
Die Henne füttert nicht oder nicht ausreichend

Hier gehts zum Bruttagebuch !


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Zucht:

Zuchtgenehmigung.
Am Anfang jeder Brut, und sei es auch nur mit einem Paar, steht in Deutschland die Zuchtgenehmigung. Ohne diese ist es nicht erlaubt Krummschnäbel zu züchten und man macht sich strafbar vor dem Gesetz.
Beim jeweiligen Veterinär- bzw. Ordnungsamt kann man die im Landkreis üblichen Auflagen und Bedingungen erfragen, die ortsunterschiedlich sein können. Auch die Kosten sollte man vorher beim Amt abklären. Fast immer braucht man ein polizeiliches Führungszeugnis und einen gefliesten Quarantänraum für den Fall einer Psittacose-Erkrankung der Vögel.

Die Zuchtprüfung selbst setzt sich aus einer Sachkundeprüfung (schriftlich oder mündlich) und einer Vorortbesichtigung der Zuchtgegebenheiten zusammen. Meistens erfolgt die Prüfung vor Ort.

Wichtige Kenntnisse für die Sachkundeprüfung sollten sein:
· die Psittacose-Verordnung
· das Tierschutzgesetz
· diverse geläufige Papageienerkrankungen und deren Bekämpfung
· Haltung und Pflege im Allgemeinen
· Haltung und Pflege vor und während einer Brut

Ist die Prüfung geschafft, ist man berechtigt die für die Abgabe der Küken notwendigen Ringe zu erwerben. Diese bekommt man, wenn man Mitglied in einem Verein oder Verband ist, direkt von dort oder bei der Wirtschaftsgemeinschaft Zoologischer Fachbetriebe, Rheinstraße 35 in 63204 Langen. Dort kann man auch das Zuchtbuch erwerben, in das genau eingetragen werden muß, an wen die gezüchteten Vögel abgegeben wurden, damit im Falle eines Psittakoseausbruches zurückverfolgt werden kann, von welchem Züchter der Vogel stammt.

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Was muß man vor einer Brut beachten:


Brutkondition

Gebrütet werden sollte nur mit Tieren, die in einwandfreier Kondition sind. Das heißt, sie sollten kerngesund sein, glänzendes Gefieder haben und einen guten Allgemein - und Ernährungszustand. Auf keinen Fall sollten Tiere brüten, die krank oder geschwächt sind oder sich gerade in der Mauser befinden.
Ein Hahn hat bei guter Kondition eine tiefblau gefärbte (bei manchen Farbschlägen allerdings rosafarbene) Wachshaut, die Henne eine runzlig rotbraune Wachshaut. Hennen mit hellblauer Wachshaut sind nicht in Brutkondition.
Die Tiere sollten mindestens ein Jahr alt sein vor der ersten Brut, da sie sonst noch nicht ausgewachsen sind und es schneller zu Legenot bei den Hennen oder unbefruchteten Eiern durch die Hähne kommen kann. Auch sollten sie nicht zu alt sein (nicht älter bei Erstbrut als 4 Jahre).

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Fütterung

Schon einige Wochen vor der Brut sollten die Vögel an Aufzuchtfutter gewöhnt werden. Dieses kann trocken oder auch mit geriebenem Apfel oder Möhre vermischt werden. Es ist proteinhaltig und sehr wichtig für eine gute Entwicklung des Kükens im Ei. Man kann es im Fachhandel kaufen oder auch selber herstellen, wobei immer auf eine ausreichende Frische des Futters zu achten ist. Gerade im Sommer kann es schnell verderben oder bei zu langer Lagerung zu Vitaminverlusten kommen.
Die Elterntiere sollten regelmäßig Keimfutter bekommen, dieses wirkt treibend, fördert also den Bruttrieb (wie auch das Aufzuchtfutter) und ist sehr vitaminreich. Desweitern sollte täglich wie normal Obst und Grünfutter angeboten werden. Wenn die Küken da sind, sollte man allerdings darauf achten, dass abends kein Grünzeug oder Obst gefüttert wird, weil die Eltern dieses an die Küken weiterfüttern. Denn Obst und Grünzeug ist zwar sehr vitaminhaltig, aber auf den Nährwert bezogen nur geringwertig. So besteht die Gefahr, dass die Jungtiere für eine lange Nacht nicht optimal versorgt sind.
Auch ein Kalk- bzw. Mineralienstein ist (natürlich auch außerhalb der Brut) zur Verfügung zu stellen, damit die Henne die für die Eischalenbildung wichtigen Mineralien und Kalk aufnehmen kann.
Umstritten ist bis heute das Anbieten einer Sepiaschale zur Brut. Es wird diskutiert, ob es dadurch nicht vermehrt zu Fällen von Legenot kommt. Dort scheiden sich allerdings die Meinungen, ich selber biete sie sonst an, verzichte aber während der Brut.

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Koloniebrut oder Einzelbrut?
Koloniebrut: Bei einer Koloniebrut sollten nur Paare in der Voliere sein, damit es zu keinen Störungen von unverpaarten Tieren kommt. Nistkästen sollten doppelt so viele wie Paare angebracht werden, um Streitigkeiten zu vermeiden.
Vorteil: Reizvoll für den Betrachter, die Vögel haben natürlichere Bedingungen
Nachteil: man hat kaum eine Kontrolle über die Vererbung, da Wellihähne auch gerne mal fremdeln, während die eigene Henne auf Eiern sitzt; so ist eine gezielte Zucht kaum möglich.
Es kann zu Verlusten unter den Küken kommen, wenn fremde Hennen in die Kästen eindringen oder es zu Streßsituartionen bei zu hohem Besatz der Voliere kommt.
Einzelbrut: es reicht ein Nistkasten, allerdings sollten die Paare weiterhin die Anregung durch Artgenossen in Nebenkäfigen oder Volieren haben. Ein einzelnes Paar ohne Anregung von Artgenossen zum Brüten zu bringen ist schwierig.
Vorteil: Man kann die Brut genauer beobachten und weiß genau, wer die Elterntiere sind; damit ist eine gezielte Zucht möglich. Es kommt zu keinen Verlusten durch fremde Eindringlinge.
Nachteil: Die Vögel haben weniger Freiheit.

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Die Eiablage und Kükenaufzucht
Ca. 10-14 Tage nach Anbringen des Nistkastens kommt es zur Eiablage. Das Weibchen sucht immer häufiger den Nistkasten auf, paart sich häufig mit dem Männchen und frißt viel am Kalkstein. Auch die Kothäufchen werden wesentlich voluminöser und das Intervall des Absetzens größer. Die Haufen können bis zu 5-Markstückgroß werden. Wenn das Weibchen fest auf den Eiern sitzt, kommt es nur noch 2-3 mal am Tag zur Kotentleerung aus dem Kasten. Ansonsten wird es vom Männchen gefüttert.
Die Eier werden im Abstand von 2 Tagen gelegt. Ein Gelege umfaßt im Schnitt 4-6 Eier, kann aber auch schon mal mehr als 8 Eier umfassen. Mehr sollte man einer Henne allerdings nicht zumuten, da sie sonst bei der Fütterung überfordert sein wird.
Im Schnitt werden die Eier 18 Tage lang bebrütet bis ein Küken schlüpft. Beim ersten Küken kann es vorkommen, dass es 1-2 Tage später schlüpft, da die Henne noch nicht von Anfang an auf den Eiern saß. Die ersten Tage wird ein Küki mit sogenannter Vormagenmilch der Mutter gefüttert, später wird dann immer mehr Körnerfutter aus dem Kropf dazu gemischt. Gefüttert wird immer zuerst das jüngste Küken, dann das Nächstältere. Die Fütterung erfolgt in Rückenlage des Kükens. Nach ca. 5 Wochen sind die Kleinen flügge und fressen auch selbständig. Abgeben sollte man sie allerdings frühestens mit 6 Wochen, um sicher zu gehen, dass sie sich selber versorgen können.

Beringung
Wenn man offene Ringe verwendet, reicht es, wenn man die Küken kurz vor Abgabe beringt, bei geschlossenen Ringen sollte man im Alter von ca. 7-9 Tagen beringen, da die Füße sonst zu klein oder schon zu groß sind.

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Probleme, die bei einer Brut auftreten können:

Das Paar interessiert sich nicht für den Nistkasten / es kommt nicht zur Eiablage
Häufige Ursachen sind unzureichende Brutkondition, zu junge oder zu alte Tiere, das Pärchen ist nicht fest verpaart und findet nicht zueinander, die Tiere sind krank oder immungeschwächt, die Fütterung ist nicht adäquat, das Weibchen ist evtl. überstimuliert.
In diesem Fall sollte man den Brutkasten für ein paar Wochen entfernen und die Ursachen beseitigen.

Das Weibchen hat Legenot
Ursachen können sein: Alter des Weibchens (zu jung oder zu alt), Mineralien-/Kalkmangel,
organische Störungen am Legeapparat
Das Weibchen sitzt aufgeplustert und apathisch am Boden und rührt sich nicht viel. Häufig kann man das Ei im Unterbauch auch Tasten.
Erste Maßnahmen: Wärme, dabei bietet sich Rotlicht oder auch eine Wärmflasche an, auf die das Weibchen gesetzt wird; auf jeden Fall sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, da die Henne sonst innerhalb weniger Stunden verenden kann, evtl. muß das Ei operativ entfernt werden.

Die Küken werden gerupft
Es sollte der entsprechende rupfende Elternteil aus dem Käfig entfernt werden; notfalls müssen die Küken, wenn sie nicht noch zu klein sind, per Hand aufgezogen werden oder anderen Eltern untergeschoben werden.

Die Henne füttert nicht oder nicht ausreichend
Ist ein Küken erst wenige Tage alt, stehen die Chancen, es durch eine Handaufzucht groß zu ziehen, schlecht. Ist es schon ein paar Tage alt und man hat keine Möglichkeit es einem anderen brütenden Pärchen unterzuschieben, kann man versuchen es mit einer Spritze mit Aufzuchtfutter zu füttern, später kann man mit einem Löffel füttern. Es gibt Züchter, die die Küken absichtlich per Hand aufziehen, da die Vögel so zutraulicher werden. Ich persönlich lehne diese Methode ab, da die Küken so kein artgerechtes Verhalten erlernen, sondern sich völlig auf ihren Futtergeber prägen.

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